Zertifizierung der Bestcase Kasuistiken

Die Dokumentation der Tumorfälle richtet sich nach verschiedenen, vorgegebenen Standards, wie z. B. den Spezifikationen der deutschen Krebsgesellschaft. Die Eingabemaske wurde Aufgrund der großen Verbreitung um Angaben zu Therapieformen aus der Komplementärmedizin erweitert. Die Dokumentation orientiert sich an den vom National Cancer Institute augestellten Kriterien.

Alle dokumentierten Behandlungsverläufe werden von einem Board wissenschaftlich erfahrener Hämatoonkologen nach anerkannten Bestcase Kriterien zertifiziert. Eine Bearbeitung zur Zertifizierung ist grundsätzlich nur möglich bei vollständiger Abgabe der zur Beurteilung notwendiger Daten und Befunde. Die erhobenen Daten werden vom Board analysiert, in regelmäßigen Zeitabständen auf einer Bestcase Konferenz präsentiert und anschließend publiziert.


Voraussetzungen für eine Bestcase Zertifizierung

Um eine Kasuistik in den Zertifizierungsprozess aufnehmen zu können, müssen folgende Daten vollständig vorliegen:

Diagnose

Es muss eine gesicherte Diagnose eines metastasierten oder inoperablen Tumorleidens oder eine hämatologische Neoplasie zu Beginn des Beobachtungszeitraumes, nachgewiesen werden. Der Nachweis erfolgt durch anonymisierte Angabe eindeutiger histologischer, radiologischer und laborchemischer Befunde.

Bestcase Kriterium

Die Kasuistik muss mindestens einen der folgenden Bestcase Kriterien erfüllen:

  • Langzeitüberleben > mindestens 2-facher Median der aktuellen Zulassungsstudie der Standardtherapie
  • Objektive Remission unter CAM
  • Objektive Remission ohne Therapie (Spontanremission)

 

Verlaufsdokumentation

Die Verlaufsdokumentation muss Verlaufsparameter mit Angabe der Verfahren beinhalten:

  • chronologische Angabe aller therapeutischen Interventionen,
  • chronologische Angabe der Verlaufskontrollen und ihre Ergebnisse nach WHO-Kriterien.

 

Ausschlusskriterien

für eine Aufnahme in den Zertifizierungsprozess sind:

  • Kein objektiver Malignom Nachweis vorhanden
  • Fehlende Histologie oder eindeutige Laborkonstellation oder eindeutige Bildgebung
  • Fehlende Angabe der Verlaufsparameter und der Verlaufskontrollen
  • Fehlende Angabe von mindestens einem Bestcase Kriterium

 


Bewertungskriterien

A

OS/PFS klar über dem Erwartungswert (z.B. > 95% CI, > 3-facher Median)
+ einwandfreie Dokumentation der Erkrankung
+ Therapiemodalitäten der Patientencharakteristika und der Verlaufsparameter

B

OS/PFS/Ansprechen klar über dem Erwartungswert (z.B. > 2-facher Median) und gute Dokumentation (Histologie zwingend)

C

Interessante Beobachtung (z.B. ohne konventionelle Therapie) weitgehende Dokumentation (Histologie zwingend) - kein Bestcase

D

Interessante Beobachtung, mangelhaft dokumentiert – kein Bestcase

Jede Tumorentität wird jeweils zwei Mitgliedern des Boards zur Bearbeitung zugeordnet. Sie führen das Screening und die Prüfung der Befunde durch. Alle Mitglieder des Experten Boards treffen sich halbjährlich zur gemeinsamen Vorstellung der Kasuistiken und Zertifizierungsabstimmung mit einfachem Mehrheitsentscheid.